Chinesischer Matcha-Ersatz: Warum Sie ihn in Tschechien nicht unter dem Namen „Matcha“ verkaufen dürfen

RECHT & QUALITÄT

Chinesischer Matcha-Ersatz: Warum Sie ihn in Tschechien nicht unter dem Namen „Matcha“ verkaufen dürfen

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, sicher wurden Sie in letzter Zeit von einem chinesischen Matcha-Hersteller mit einem verlockenden Preis kontaktiert. Wir möchten darauf hinweisen, dass die Unterschiede gewaltig sind — und dass der Verkauf chinesischer Pulvertees unter dem Namen „Matcha“ in Tschechien seit 2024 verboten ist. Was bedeutet das für Ihr Geschäft?

Eine Welle billiger chinesischer Ersatzprodukte

Mit der wachsenden Beliebtheit von Matcha tauchten auf dem Markt Produkte auf, die sich lediglich als echter japanischer Matcha ausgaben. Chinesische Erzeuger erkannten, dass sie sich den Anbau- und Verarbeitungstechniken des japanischen Matcha annähern können, um mit dem japanischen Markt zu konkurrieren.

Der Hauptanreiz für Abnehmer ist ein deutlich niedrigerer Preis. Während ein Gramm japanischer Matcha im höheren einstelligen Bereich kostet, kann chinesischer „Matcha“ nur einen Bruchteil davon kosten. Für einen unerfahrenen Einkäufer ist das eine attraktive Marge — doch damit geht ein Risiko einher, das auf den ersten Blick nicht sichtbar ist.

Worin sich der chinesische Ersatz von echtem Matcha unterscheidet

Die Ähnlichkeit zwischen chinesischem grünem Pulvertee und japanischem Matcha endet im Grunde beim Wort „Pulver“. Der entscheidende Unterschied liegt in der Art des Anbaus und der Verarbeitung:

  • Beschattung — japanische Teesträucher werden 3–4 Wochen vor der Ernte beschattet, was den Gehalt an Chlorophyll und L-Theanin erhöht. Die chinesische Produktion lässt diesen zeit- und kostenaufwändigen Schritt häufig aus.
  • Verarbeitung — in Japan werden die Blätter gedämpft; in China werden sie üblicherweise durch „Rösten in der Pfanne“ getrocknet, was Farbe und Geschmack verändert.
  • Farbe — echter Matcha ist von einem leuchtenden Smaragdgrün; der Ersatz ist eher gelblich-braun und dunkler.
  • Geschmack und Textur — japanischer Matcha ist zart, seidig und leicht süßlich mit minimaler Bitterkeit; die chinesische Variante ist gröber und bitterer.
Tipp für Einkäufer: Erkundigen Sie sich bei der Auswahl eines Lieferanten stets nach dem Herkunftsland, der Verarbeitungsmethode und vor allem nach den aktuellen Pestizidzertifikaten. Tests, die mehrere Jahre alt sind, sind nicht relevant.

Das Risiko, das man nicht sieht — Laboruntersuchungen

Es geht nicht nur um Geschmack und Farbe. Chinesische Produkte weisen oft deutlich höhere Gehalte an Schwermetallen und anderen potenziell problematischen Substanzen auf. Bereits 2013 untersuchte die Umweltorganisation Greenpeace stichprobenartig 18 Proben chinesischer Grüntees und stellte fest, dass 12 davon verbotene Pestizide enthielten. Japanischer Matcha hält dagegen strengere Normen für den Einsatz von Pestiziden ein.

Ohne Zertifikate und transparente Tests wissen Sie schlicht nicht, wie viele Pestizide, Schwermetalle oder Mykotoxine ein Produkt enthält. Bei einem Lebensmittel, das der Kunde vollständig verzehrt (Matcha wird zusammen mit dem gemahlenen Blatt getrunken), ist das ein wesentliches geschäftliches und reputationsbezogenes Risiko.

Tschechien als erstes EU-Land, das das Wort „Matcha“ schützt

Nach vielen Jahren von Einwänden erließ das tschechische Landwirtschaftsministerium eine Verordnung, die dieses Problem auf gesetzlicher Ebene löst.

187/2023
VERORDNUNG (SLG.)
Über Anforderungen an Tee, Kaffee und Kaffeeersatz
01.07.2024
INKRAFTTRETEN
Ende der Ersatzprodukte unter dem Namen Matcha
1.
LAND IN DER EU
Tschechien schützte als erstes echten Matcha

Die Verordnung Nr. 187/2023 Slg. legt genau fest, welche Pflanzen und in welcher Menge Teemischungen bilden dürfen, und bestimmt, dass nur grüner Tee, der durch das Mahlen der jüngsten Blätter echten Tees aus Japan zu einem feinen Pulver entsteht, als Matcha bezeichnet werden darf. Tschechien wurde damit überhaupt das erste Land in der EU, das echten Matcha-Tee geschützt hat.

Wichtig für Händler: Trägt grüner Pulvertee aus China den Namen „Matcha“, handelt es sich nach der Verordnung um eine fehlerhafte Kennzeichnung und eine Irreführung des Kunden — was eine empfindliche Geldbuße zur Folge haben kann. Verkäufer von Ersatzprodukten haben die Wahl: ihre Verpackung und Kommunikation ändern oder auf echte Quellen in Japan umsteigen.

Was das für Ihr Geschäft bedeutet

Für einen seriösen Abnehmer ist die neue Gesetzgebung vor allem eine Chance. Die echte japanische Herkunft wird nicht nur zur Qualitätsgarantie, sondern auch zur Rechtssicherheit und zu einem Marketingargument gegenüber dem Endkunden.

  • Rechtssicherheit — Sie vermeiden das Risiko von Sanktionen wegen irreführender Kennzeichnung Ihres Sortiments.
  • Kundenvertrauen — transparente Herkunft und Zertifikate sind heute ein starkes Verkaufsargument.
  • Abgrenzung vom Wettbewerb — „echter japanischer Matcha“ ist eine Botschaft, die ein chinesischer Ersatz niemals legal bieten kann.
  • Stabile Marge — ein hochwertiges Produkt mit höherem wahrgenommenem Wert ermöglicht eine nachhaltige Preisgestaltung.

Wir sind überzeugt, dass die tschechische Verordnung auch für andere EU-Länder zur Inspiration wird. Der Schutz von echtem Matcha ist ein Schritt in die richtige Richtung — für Verbraucher und ehrliche Verkäufer gleichermaßen.


Kyosun als geprüfter Partner: Wir importieren ausschließlich echten japanischen Matcha im Direktimport aus geprüften Regionen. Jede Charge durchläuft strenge Laboruntersuchungen auf Pestizide, Schwermetalle und Mykotoxine — in unserem eigenen Labor. Wir bieten Private-Label-Lösungen und flexible MOQ. Mit Kyosun haben Sie die Gewissheit, dass Ihr Sortiment der Verordnung Nr. 187/2023 Slg. vollständig entspricht.

Quellen: Verordnung Nr. 187/2023 Slg. über Anforderungen an Tee, Kaffee und Kaffeeersatz (zakonyprolidi.cz); matchatea.cz; Greenpeace (2013).

Kyosun — premium Japanese matcha since 2012.